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Methodik des Betrugsradars
Das Circura Betrugsradar zeigt, wo in Deutschland Telefonbetrug öffentlich gemeldet wird. Diese Seite legt offen, woher die Daten stammen, wie sie verarbeitet werden, wo ihre Grenzen liegen und wie Sie sie zitieren und weiterverwenden dürfen.
Woher die Daten stammen
Grundlage sind ausschließlich öffentlich zugängliche Veröffentlichungen. Wir werten automatisiert die Pressemeldungen deutscher Polizeidienststellen aus, die diese über ihre RSS-Feeds bereitstellen – überwiegend über das Presseportal „Blaulicht", ergänzt um die Landesportale einzelner Bundesländer. Wo Polizeidienststellen keinen maschinenlesbaren Kanal anbieten, ziehen wir ergänzend Medienberichte über denselben Vorfall heran.
Jeder Fall im Datensatz enthält einen Link auf die Originalmeldung. Wir übernehmen keine Meldungstexte, sondern extrahieren daraus Sachangaben und verweisen für den vollständigen Wortlaut auf die Quelle. Damit ist jeder einzelne Datenpunkt nachprüfbar.
Zeitraum und Aktualisierung
Die kontinuierliche Erfassung läuft seit Juni 2026. Der Datenbestand wird täglich am Morgen aktualisiert (in der Regel bis 9 Uhr); neue Meldungen erscheinen so meist am Tag ihrer Veröffentlichung durch die Polizei auf der Karte. Einzelne ältere Fälle aus den Monaten Januar bis Mai 2026 sind aus der Aufbauphase enthalten – für diesen Zeitraum ist die Erfassung jedoch lückenhaft und nicht mit den Folgemonaten vergleichbar. Auswertungen und Monatsvergleiche auf dieser Website beginnen deshalb mit Juni 2026.
Wie ein Fall entsteht
- 1. Abruf
- Rund 270 Polizei-Feeds sowie ergänzende Quellen werden regelmäßig und mit Rücksicht auf die Server abgerufen (eigener User-Agent mit Kontaktadresse, gedrosselte Abrufrate).
- 2. Vorauswahl
- Eine Stichwortprüfung filtert Meldungen heraus, die auf Telefonbetrug hindeuten – Schockanruf, falsche Polizeibeamte, Enkeltrick, Callcenter-Betrug, Gewinnversprechen, WhatsApp-Betrug und verwandte Maschen.
- 3. Extraktion (KI-gestützt)
- Aus dem Meldungstext werden KI-gestützt die Sachangaben herausgelesen: Ort, Datum, Masche und – sofern die Meldung sie beziffert – die Schadenssumme. Wir setzen dafür ein Sprachmodell ein und benennen das ausdrücklich, weil es die Fehlerquellen des Datensatzes mitbestimmt (siehe unten).
- 4. Geokodierung
- Der genannte Ort wird auf Koordinaten des Ortsmittelpunkts umgesetzt. Die Punkte auf der Karte zeigen also die Gemeinde, nicht den Tatort. Die Zuordnung zu einem Bundesland erfolgt geometrisch anhand vereinfachter Verwaltungsgrenzen (© GeoBasis-DE / BKG, VG2500, dl-de/by-2-0).
- 5. Dublettenprüfung
- Polizeimeldung und späterer Pressebericht beschreiben oft denselben Vorfall. Solche Fälle werden über Ort, Zeitraum und Masche zusammengeführt, nicht allein über die URL.
Was diese Daten nicht sind
Wichtige Einschränkungen
- Keine amtliche Statistik. Das Betrugsradar ist keine Kriminalstatistik und ersetzt weder die Polizeiliche Kriminalstatistik (PKS) noch Lagebilder von BKA oder Landeskriminalämtern. Es hat keinen amtlichen Charakter.
- Nur öffentlich berichtete Fälle. Erfasst wird ausschließlich, worüber die Polizei oder Medien öffentlich berichten. Ein Vorfall, über den keine Meldung erscheint, existiert in diesen Daten nicht.
- Hohe Dunkelziffer. Ein großer Teil der Telefonbetrugsfälle wird gar nicht erst angezeigt – aus Scham, Unsicherheit oder weil der Versuch scheiterte. Die hier gezeigten Zahlen liegen deutlich unter dem tatsächlichen Geschehen.
- Regional unterschiedliche Meldedichte. Polizeipräsidien veröffentlichen unterschiedlich viel und unterschiedlich detailliert. Mehr Fälle in einer Region bedeuten deshalb nicht zwingend mehr Kriminalität, sondern möglicherweise nur eine aktivere Pressearbeit. Ein Vergleich der absoluten Fallzahlen zwischen Bundesländern ist aus diesem Grund nicht belastbar. Aussagekräftiger ist der zeitliche Verlauf innerhalb einer Region.
- Schadenssummen sind unvollständig. Nur ein Teil der Meldungen beziffert einen Schaden. Ausgewiesene Summen sind deshalb immer Mindestbeträge über die Fälle mit bekannter Summe – nie der Gesamtschaden.
- Automatisierung erzeugt Fehler. Stichwortfilter, KI-Extraktion und Geokodierung arbeiten nicht fehlerfrei: Eine Masche kann falsch zugeordnet, ein Ort verwechselt oder eine Summe falsch gelesen werden. Bitte prüfen Sie für Zitate im Einzelfall die verlinkte Originalmeldung.
- Bezugsgröße ist die Meldung. Eine Meldung kann mehrere Geschädigte umfassen; in diesem Fall zählen wir die in der Meldung genannte Zahl der Fälle. Wo keine Zahl genannt ist, zählt die Meldung als ein Fall.
Wir korrigieren erkannte Fehler gern. Wenn Ihnen ein falsch zugeordneter Fall auffällt, schreiben Sie uns bitte mit der Fall-ID an kontakt@circura.io.
Zitieren
So zitieren Sie das Betrugsradar
Bitte verwenden Sie diesen Wortlaut:
Quelle: Circura Betrugsradar, circura.io/betrugsradar
Bei Grafiken und Tabellen genügt der Vermerk in der Bildunterschrift. Wenn Sie einen Stichtag nennen, geben Sie bitte zusätzlich das Abrufdatum an – der Datensatz wächst täglich.
Lizenz und Datenzugang
Die Falldaten des Betrugsradars stehen unter der Lizenz Creative Commons Namensnennung 4.0 International (CC BY 4.0). Sie dürfen die Daten teilen, weiterverarbeiten und auch kommerziell nutzen, solange Sie die Quelle wie oben angegeben nennen.
Den vollständigen Datensatz können Sie direkt abrufen: betrugsradar.json. Einen CSV-Export erzeugt die Karten-Seite auf Knopfdruck.
Hinweis: Die Lizenz CC BY 4.0 bezieht sich auf die von uns erhobenen Falldaten. Die Kartengrundlage (basemap.de, © GeoBasis-DE / BKG, CC BY 4.0) und die vereinfachten Bundeslandgrenzen (VG2500, © GeoBasis-DE / BKG, dl-de/by-2-0) unterliegen den jeweils eigenen Lizenzbedingungen. Die verlinkten Originalmeldungen bleiben Eigentum der jeweiligen Herausgeber.
Presse-Rückfragen
Für Rückfragen zur Methodik, für Sonderauswertungen oder für Korrekturhinweise erreichen Sie uns unter kontakt@circura.io. Wir antworten in der Regel innerhalb eines Werktags.