Falsche Polizeibeamte am Telefon: Masche erkennen und abwehren

Zuletzt aktualisiert: Juni 2026 · Lesezeit ca. 7 Minuten

Angebliche Polizisten warnen am Telefon vor einer Einbrecherbande in der Nachbarschaft – und bieten an, Bargeld und Wertsachen „in Sicherheit zu bringen". Diese Form des Telefonbetrugs setzt gezielt auf Autorität und Angst. Dieser Ratgeber zeigt den Ablauf, die Warnsignale und wie Sie und Ihre Familie richtig reagieren.

Das Wichtigste vorab: Die echte Polizei fordert niemals Bargeld oder Wertsachen, fragt nicht nach Ihrem Vermögen und ruft nicht mit der 110 an. Erscheint die 110 im Display, ist sie gefälscht.
Inhalt

Was steckt hinter der Masche?

Bei der Masche der falschen Polizeibeamten geben sich Täter als Kriminalbeamte, Kommissare oder Mitarbeiter einer Ermittlungsbehörde aus. Sie nutzen die natürliche Autorität der Polizei, um Vertrauen aufzubauen, und erzeugen dann gezielt Angst: Das Vermögen des Opfers sei in Gefahr, ein Bankmitarbeiter sei korrupt, eine Einbrecherbande habe eine Liste mit Adressen. Aus „Sorge" soll das Opfer sein Geld und seinen Schmuck einem „Kollegen" zur Verwahrung übergeben.

So läuft der Anruf ab

  1. Der seriöse Einstieg. Ein angeblicher Beamter meldet sich höflich und sachlich, oft mit gefälschter Rufnummer.
  2. Die Bedrohung. Es wird von Festnahmen, einer Einbruchserie oder einem korrupten Bankmitarbeiter berichtet – das eigene Geld sei nicht mehr sicher.
  3. Die „Lösung". Damit das Vermögen „in Sicherheit" sei, solle es einem Kollegen übergeben oder auf ein „sicheres Konto" überwiesen werden.
  4. Der Druck. Das Opfer wird über Stunden am Telefon gehalten und zu absoluter Verschwiegenheit gedrängt – auch gegenüber der Familie und der Bank.
Täter: „Kriminalpolizei, mein Name ist Kommissar Berger. Wir haben eine Bande festgenommen, auf deren Liste auch Ihre Adresse steht. Ihr Erspartes ist in akuter Gefahr …"

Warum die 110 im Display erscheint

Viele Opfer vertrauen dem Anruf, weil im Display die 110 oder eine örtliche Behördennummer erscheint. Das ist jedoch kein Echtheitsbeweis: Mit sogenanntem Call-ID-Spoofing lässt sich jede beliebige Rufnummer technisch fälschen. Tatsächlich ist eine angezeigte 110 sogar ein deutliches Warnsignal – denn die echte Polizei ruft nie mit ihrer Notrufnummer an. Die 110 ist ausschließlich für eingehende Notrufe da.

Warnsignale auf einen Blick

So reagieren Sie richtig

Was tun, wenn schon etwas übergeben wurde?

So schützen Sie Ihre Angehörigen

Im Gespräch ist es schwer, dem Druck einer vermeintlichen Behörde zu widerstehen. Bereiten Sie Ihre Angehörigen deshalb vor:

Den Gesamtüberblick gibt der Ratgeber Eltern vor Telefonbetrug schützen.

Autorität vorgetäuscht – Familie real

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Häufige Fragen

Ruft die echte Polizei mit der 110 an?
Nein. Die 110 ist nur für eingehende Notrufe. Erscheint sie im Display, ist die Nummer gefälscht – ein klares Betrugszeichen.
Fordert die Polizei Bargeld oder Wertsachen?
Niemals. Polizei, Staatsanwaltschaft und Gerichte fragen nie nach Vermögen und fordern keine Übergabe.
Wie reagiere ich richtig?
Auflegen, keine Auskunft geben, nichts übergeben und im Zweifel selbst die Polizei über die offizielle Nummer kontaktieren.
Warum erscheint die 110 im Display?
Durch Call-ID-Spoofing lässt sich jede Nummer fälschen. Eine angezeigte 110 ist daher kein Echtheitsbeweis, sondern ein Warnsignal.
Wie schütze ich meine Eltern?
Merksatz „die Polizei will nie mein Geld" einprägen, Familienkennwort vereinbaren und einen Echtzeit-Schutz wie Circura Wächter ergänzen.
Circura Redaktion

Circura Redaktion
Dieser Ratgeber wird von der Circura-Redaktion gepflegt und orientiert sich an den Empfehlungen von Polizei, BKA und Verbraucherschutz. Stand: Juni 2026.

Offizielle Quellen