Telefonbetrug melden: Welche Stelle zuständig ist

Von Daniel Renkel, Gründer von Circura · zuletzt geprüft am [Datum]

Nach einem Betrugsanruf fragen sich viele: Bringt eine Meldung überhaupt etwas? Ein einzelner Hinweis führt nicht immer zu einem sichtbaren Ergebnis. Wenn viele Beschwerden zu derselben Nummer oder Masche eingehen, können die zuständigen Stellen jedoch Zusammenhänge erkennen und Maßnahmen einleiten.

Welche Stelle zuständig ist, hängt vor allem davon ab, was passiert ist: Wurde nur angerufen oder wurden bereits Geld, Daten oder Wertsachen herausgegeben?

Welche Stelle ist wofür zuständig

SituationZuständigWas passiert
Rufnummer wurde manipuliert oder missbräuchlich genutztBundesnetzagenturPrüfung des Vorgangs, Maßnahmen gegen die Rufnummer möglich
Unerwünschte WerbeanrufeBundesnetzagenturBußgeldverfahren gegen den Auftraggeber möglich
Geld geflossen oder Daten herausgegebenPolizeiStrafanzeige, Ermittlungsverfahren
Anruf läuft gerade, Übergabe steht bevorPolizei über 110Sofortmaßnahme
Rechnung oder Vertrag nach einem AnrufVerbraucherzentraleBeratung, Musterschreiben, Widerspruch

Was du für die Meldung brauchst

Für die Meldung oder Anzeige werden meist ähnliche Angaben gebraucht. Notiere so viel wie möglich, auch wenn einzelne Informationen fehlen.

Wenn deine Eltern angerufen wurden, geh die Angaben möglichst bald mit ihnen durch. Nach einigen Tagen verschwimmen Uhrzeit, Wortlaut und Ablauf schnell. Deshalb lohnt es sich, verdächtige Anrufe direkt aufzuschreiben – auch dann, wenn zunächst nichts passiert ist.

Damit im Ernstfall nichts fehlt

Der Schutzplan enthält eine Übersicht, welche Angaben ihr nach einem verdächtigen Anruf festhalten solltet, und die Reihenfolge für den Fall, dass doch etwas passiert ist. Kostenlos als PDF.

Meldung bei der Bundesnetzagentur

Die Bundesnetzagentur nimmt Beschwerden zum Missbrauch und zur Manipulation von Rufnummern sowie zu unerlaubter Telefonwerbung entgegen. Dafür gibt es passende Formulare auf ihrer Website; ein Konto brauchst du nicht. Auch wenn kein Schaden entstanden ist, kann eine Beschwerde sinnvoll sein. Wähle dabei das Formular, das am besten zu deinem Fall passt.

Anzeige bei der Polizei

Wurden Geld oder Wertsachen übergeben oder Zugangsdaten preisgegeben, solltest du Anzeige bei der Polizei erstatten. Das ist bei jeder Dienststelle möglich; viele Bundesländer bieten zusätzlich eine Online-Wache an. Nimm alles mit, was du hast: Kontoauszüge, Überweisungsbelege, Screenshots und Notizen zum Gespräch.

Eine Anzeige ist auch dann sinnvoll, wenn die Chance auf eine Rückholung des Geldes gering erscheint. Sie kann für weitere Schritte bei Banken oder Zahlungsdienstleistern wichtig sein und hilft der Polizei, zusammengehörende Fälle zu erkennen.

Was das Melden realistisch bringt

Nicht jede Meldung führt sofort zu einem Ergebnis. In der Summe helfen die Hinweise aber dabei, auffällige Rufnummern und wiederkehrende Maschen zu erkennen. Auch innerhalb der Familie kann der Schritt wichtig sein: Aus einem unangenehmen Erlebnis wird ein Vorgang, den man gemeinsam erledigt. Das kann es leichter machen, beim nächsten verdächtigen Anruf früher darüber zu sprechen.

Häufige Fragen

Kann ich einen auffälligen Anruf melden, wenn nichts passiert ist?
Ja. Rufnummernmissbrauch, manipulierte Rufnummern und unerlaubte Werbeanrufe kannst du bei der Bundesnetzagentur melden. Bei einem konkreten Betrugsversuch kannst du dich zusätzlich an die Polizei wenden.
Brauche ich die Rufnummer für eine Anzeige?
Sie hilft, ist aber keine Bedingung. Angezeigte Nummern sind ohnehin oft gefälscht. Entscheidend sind Zeitpunkt, Gesprächsinhalt und die Zahlungswege.
Kann ich Anzeige erstatten, wenn meine Mutter betroffen ist?
Die Anzeige sollte von der geschädigten Person kommen oder mit ihrer ausdrücklichen Zustimmung. Begleiten darfst du sie natürlich, und in der Praxis ist das meistens sinnvoll.
Ist es zu spät, wenn der Anruf Wochen her ist?
Nein. Melden und anzeigen ist weiterhin möglich. Die Erfolgsaussichten bei der Rückholung von Geld sinken allerdings mit jedem Tag deutlich.

Sieben Werkzeuge für die Familie

Der Schutzplan zeigt euch, was ihr vor einem verdächtigen Anruf vereinbaren und danach festhalten solltet. Kostenlos als PDF, ohne Konto.